FRED's Tagebuch

(c) Andreas Schmitt

 

Fred ist ein Schäferhund-Mischlings-Rüde von ca. 9 Jahren.
Er befindet sich seit 2014 in Deutschland und gehört dem Tierschutzverein-Marsberg e.V. Grundsätzlich ist er ein “gestandener Kerl” - ein Schäferhundrüde wie man ihn sich vorstellt. Wenn da nicht seine Behinderung und seine sehr spezielle Verhaltensweise wäre. Nachfolgend möchte ich Euch die Geschichte von Fred erzählen und auch immer den aktuellen Stand und Werdegang mitteilen. Dieser Hund hat einfach Aufmerksamkeit und Hilfe verdient. Wer FRED unterstützen möchte, kann sich sehr gerne an mich oder direkt an den TSV-Marsberg wenden. Wir sind dankbar dafür, denn wir haben einen langen und kostspieligen Weg vor uns.

Fred vor der Ankunft in Deutschland

 

Bericht des TSV-Marsberg von September 2014: Diese arme Kreatur ist am Samstag (27.9.2014) bei uns im Tierschutzverein Marsberg eingetroffen, Er ist ca. 6 Jahre alt und behindert.

 

Wir lassen ihn jetzt zur Ruhe kommen, denn er war 26 Stunden unterwegs. Wir werden über ihn berichten, wenn wir ihn unserem Tierarzt vorgestellt haben. Aber damit sich jeder vorstellen kann, wie Fred bisher gelebt hat, veröffentlichen wir die Informationen aus seinem Herkunftsland: "Fred kam als gesunder Hund ins Asyl, dann zog er auf einmal das Bein hoch und es blieb so, sein Sehvermögen ließ nach, was sich aber gebessert hat. Ich nehme an, er hat einen Schlaganfall bekommen, kann aber auch sein, daß er vorher geschlagen worden ist und das die Folgen davon sind. Die Wärter haben ihm selten Futter gegeben, haben es ihm in den Zwinger in seine eigene Fäkalien geschmissen, die Box niemals gesäubert und die Hütte ist zu klein für ihn, er kommt nicht rein und nicht raus. Wir haben ihm ein Brett gegeben damit er nicht in seinem eigenen Kot liegt, aber wenn es regnet hat er kein Dach!! Mile hat ihn nach 1,5 Jahren aus der Box kurz rausgeholt, er war so glücklich! Frau Dana will ihn einschläfern lassen, aber Fred ist gesund und frisst, er braucht nur eine größere Box und Auslauf, den er liebt. Fred ist ein so unglücklicher Hund, er leidet sehr in der Enge - Fred ist ein sehr trauriges Geschöpf, ich kann es kaum beschreiben." Text von Sina

Fred bei der Ankunft in Deutschland - 2014

 

Update 12.Oktober 2014

Das Schicksal von Fred hat uns nicht mehr losgelassen. Sara, Ikar und Tiara haben wir die Zusage zur Übernahme gegeben, Fred konnten wir in diesen schrecklichen Verhältnissen nicht zurücklassen. Was Sina mitgeteilt hat, bekamen wir nicht mehr aus dem Kopf, also kamen alle vier Hunde zu uns! Der arme Fred tut sich schwer in seiner neuen Situation, die doch so viel angenehmer ist! Er erhielt von uns einen großen Plastikkorb mit dicken Decken. Eine Woche lang hat er diesen Korb nur angeschaut, doch dann legte er sich hinein. Ein kleiner Fortschritt, der doch so viel bedeutet. Fred war von Anfang an ein Knurrer, aber sein Verhalten hat sich ein wenig gebessert. Mit seiner Behinderung kann er gut laufen, trotzdem werden wir noch jede Menge Geduld und Zeit aufbringen müssen. Fred ist mit seiner Ankunft in einer Hundepension untergebracht worden. Auch ist er durch einen Tierarzt, swoeit damals möglich, untersucht worden.

 

Update März 2017

Mittlerweile ist Fred zu mir nach Freudenberg um- und eingezogen. Für ihn haben wir ein extra gesondertes Hundehaus inkl. eigenem kleinen Freilauf errichtet. So kann er, wann er will, raus und rein. Er hat die Möglichkeit Sozialkontakte zu knüpfen und kann immer an dem Geschehen bei uns auf dem Gelände teilnehmen.

Fred März 2017 in seinem neuen Hundehaus

Sein neues Zuhause mit Panoramafenster

 

Fred – März 2017

Durch mangelnde Bewegung hat Fred extrem zugelegt und ist mittlerweile adipös. Dies ist gerade bei ihm aufgrund der Behinderung - nur 3 Beine - sehr schlecht und ungesund. Nach einer Eingewöhnungszeit für sein neues Zuhause und natürlich auch eine Kennenlernzeit durch mich, um ihn ein wenig einschätzen zu können, haben wir Ihn in einer hiesigen Tierklinik komplett untersuchen und auf den “Kopf” stellen lassen. Für diesen Transport zur Klinik mussten wir ihn leider medikamentös etwas ruhig stellen. (Sedieren) In der Klinik angekommen ist er umgehend in Vollnarkose gelegt worden. Nur so war es möglich, alle notwendigen Untersuchungen, wie Röntgen, CT, Ultraschall u.s.w. durchzuführen. Aufgrund der ersten Ergebnisse, - die kompletten endgültigen Ergebnisse und Berichte stehen noch aus - kann man mit Gewissheit sagen, dass sein rechter Vorderlauf nicht mehr reparabel und absolut versteift ist. Seine Schulter ist entsprechend deformiert, was auf einen damaligen nicht behandelten Unfall / Knochen-/Gelenkschaden schließen lässt. Auch hat er durch diese Behinderung eine Spondylose und auch eine einseitige HD. Zum Glück jedoch keine Bandscheibenvorfälle und auch der Rückennervenkanal ist ok.

 

Zusätzlich zu dieser Behinderung, womit ein Hund grundsätzlich gut leben kann, hat Fred, wie bereits erwähnt, eine sehr spezielle und unschöne Verhaltensweise.

 

Er hat ein klassisches Autoaggressionsverhalten, welches sich aber ausschließlich gegen sich selbst richtet. Diese “Anfälle” wenn man sie mal so bezeichnet, kommen in bestimmten Situationen, aber auch ohne weitere Vorankündigung. Diese Anfälle sind unterschiedlich intensiv, angefangen von “heftigem knurren” bis hin zu “auf der Stelle drehen mit der Absicht sich selbst durch Bisse zu verletzen.” Eine genaue Ursache und Diagnostik zu diesen Anfällen und ihren Auslösern können wir heute noch nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Hierfür warten wir noch auf weitere Untersuchungsergebnisse der TK. Auch ist es erforderlich, weitere intensive und genaue Beobachtungen über Verhaltensmuster von Fred zu bekommen und mit ihm intensiv zu arbeiten. Hierfür werde ich alle mir zur Verfügung stehenden Hilfen, auch von Kollegen und Fachleuten, in Anspruch nehmen. Mittlerweile kann man deutlich feststellen, dass sich Fred augenscheinlich hier wohl fühlt. Seine Anfälle sind wesentlich weniger geworden und oft auch nicht mehr so intensiv. Er ist aufgeschlossen gegenüber anderen Hunden, neugierig auf alles was in seinem Umfeld passiert. Auch baut er immer weiter ein Vertrauen zu mir auf und lässt mittlerweile vieles von mir zu. Angefangen von leichten Berührungen bis zum Kraulen.

Kraul- und Schmuseeinheit mit Fred

 

Seine absolute Lieblingsbeschäftigung ist mit mir an der längeren Leine über die große Wiese zu “hoppeln” und alle Stellen genauestens zu erschnüffeln und zu erkunden.

Durch diese auf ihn abgestimmten Bewegungseinheiten bauen wir langsam seine Kondition und seine Muskeln wieder auf. Durch eine auf ihn abgestimmte Futterumstellung hat er bereits ein wenig abgenommen. Eine weitere Gewichtsreduzierung muss aber noch zu seinem Wohle erreicht werden. Auch ist er mittlerweile wesentlich ausgeglichener und ruhiger geworden. Seine Anfälle nehmen anzahlmäßig ab. Es ist noch ein langer gemeinsamer Weg, der sich aber für diesen tollen Hund lohnt!

Fred auf Erkundungstour auf der großen Wiese

 

Update 07.April 2017

Die kompletten Untersuchungsberichte der Tierklinik liegen jetzt vor. Neurologische Befunde, wie Tumore/Veränderungen, konnten zum Glück nicht festgestellt werden. Auch alle Blutwerte und Organe sind ohne nennenswerte Befunde. Sein Autoaggressionsverhalten nimmt weiter ab und solche Anfälle sind nur noch recht selten, wen sich Fred aufregt und in Stress kommt. Auch ist es möglich, dass ich ihn frühzeitig aus solch einem beginnenden Anfall „raus holen“ kann. Sein Vertrauen zu mir wächst und hierdurch natürlich auch die Möglichkeit für mich, intensiver mit ihm zu arbeiten. Mittlerweile gibt er auch durch bellen „Bescheid“ , wenn sich andere Personen oder Hunde, was ja auf einem Hundetrainingsplatz durchaus vorkommt, seinem „Reich“ nähern. Dieses hat er lt. Auskunft früher nie gemacht und auch nicht in den Anfangswochen bei uns. Auch dies ist sicherlich ein Zeichen dafür, dass e angekommen ist und sich wohl fühlt.

 

Update Mai 2017

Fred hat sich so richtig eingelebt. Falls der Trubel auf unserem Hundetrainings- und Freilauf Gelände zu groß für ihn wird, zieht er sich von sich aus zurück in sein Hundehaus. Bis vor einigen Wochen, hat er eher bei zu viel Trubel und Stress einen Anfall bekommen. Jetzt zieht er sich einfach zurück und somit fällt er in solch einem Fall auch nicht in einen Anfall rein. Nach wie vor ist ein großes Highlight, ohne Leine auf dem großen Trainingsgelände zu laufen und alles wieder neu zu erkunden und zu erschnüffeln. Es liegen ja auch jedesmal wieder die neusten Ausgaben der „Bild-Hundezeitungen“ aus. Die müssen dann natürlich auch alle gelesen und durch entsprechendes Markieren beantwortet werden.

Aber sein größtes Highlight bisher war wohl, dass er mit einer Eurasier-Hündin gemeinsam ohne Leine auf der großen Wiese Kontakt aufnehmen konnte. Er war super interessiert und freute sich wie „Bolle“.

Fred genießt seine Freiheit und erkundet das ganze Grundstück

Fred mit seiner neuen "Freundin" Anouk-Eurasierhündin

Update Juni 2017

Fred fühlt sich scheinbar pudelwohl hier. Er genießt seine kleine Freiheit, indem er bei dem mittlerweile gutem Wetter nicht nur tagsüber sondern auch nachts immer rein und raus kann. Seine "Anfälle" sind nach wie vor eher recht selten und wenn er Einen bekommt, dann oftmals, weil er dann etwas "gefrustet" ist. Z.B. wenn er auf dem großen Freilauf war, seinen Spass hatte und dann wieder zurück in seinen direkten Bereich soll. Das Schöne ist, dass er aber sofort aus seinem Verhalten dann raus geholt werden kann.

Auch weitere und vor allem neue innerartliche Sozialkontakte konnten wir ihm geben. Er liebt es, mit anderen Hunden, egal welches Geschlecht, Alter und Rasse zusammen zu sein. Auch Welpen findet er absolut gut.

Sein Gewicht konnten wir weiter reduzieren, jedoch müssen nach wie vor noch ein paar Kilogramm runter. Dafür haben wir ihm, bei den doch sehr warmen Temperaturen Anfang Juni, ein "Hund-Eis" gegönnt. Nachdem er das Eis erst genau untersucht hat, er kannte wohl so etwas überhaupt nicht, fand er es anschließend absolut klasse und hat es bei den warmen Temperaturen genossen.

Fred mit  "Cooper" - Welpe

Fred mit  "Tajo" - Junghund 5 Monate

Fred findet sein "Hunde-Eis" klasse.

 

Update Dezember 2017

Der Winter mit reichlich Schnee ist gekommen und Fred findet den Schnee wirklich gut. Er liebt es, wenn auch mal mit einigen "Ausrutschern" wo er dann schonmal eine Bremsung mit seiner Schnauze macht, im Schnee zu laufen/hoppeln. Aber er lässt sich davon überhaupt nicht beeindrucken und so schnell wie er abbremst, so schnell steht er auch wieder auf und weiter gehts. Durch den hohen Schnee, ist es natürlich für ihn etwas anstrengender, aber es ist auch gleichzeit eine gute Gelegenheit, Muskeln aufzubauen.

Ansonsten ist er hier bei uns nicht mehr weg zu denken. Es ist "sein Reich" hier und das teilt er mittlerweile auch Jedem mit,vor allem neuen Hunden. Da muss natürlich sofort Bescheid gegeben werden, dass er der Boss hier ist und sie sich gefälligst bei ihm vorstellen müssen. :-)

Winterlandschaft 2017
Fred liebt den Schnee, nur das Schnüffeln ist ein wenig schwieriger
Fred ist Aktion/Galopp

 

 

Update Mai 2018

Fred hatte vor einigen Wochen eine, wie sich jetzt heraus gestellt hat, Gallenkolik. An 2 Tagen hatte er körperlich aufgrund von Schmerzen stark abgebaut und wir hatten schon die schlimmsten Befüchtungen. Zum Glück ging es ihm dann nach den zwei Tagen wieder deutlich besser und er war fast der "Alte" wieder. Da wir aber überhaupt nicht wußten, was diesen Vorfall ausgelöst hatte und wie es ihm nun wirklich geht, haben wir lange überlegt, wie wir ihn am Besten komplett durchschecken und untersuchen können. Dieses ist ja nicht so einfach bei ihm, da er sich ja nicht freiwiliig  und ohne Aggressionsanfall überall berühren und untersuchen läßt. Eine Sedierung, d.h. Ruhigstellung des Körpers kam nicht in Frage, da bei solch einer Sedierung nicht die Sinnersorgane und das Gehirn "ruhig" gestellt werden. Er würde alles mitbekommen und somit würden wir sein Vertrauen, dass er zu uns (mir) aufgebaut hat,zerstören und er ließe sich später nicht mehr anfassen. Also kam nur eine Narkose in Frage, mit einem doch aufgrund seines Alters und nicht genau definierbaren Gesundheitszustandes hohen Risikos. Desweiteren kamen dann noch die logistischen Herausforderungen, ihn in die Tierarztpraxis zu überführen. Im wachen Zustand ist dieses nicht möglich, sondern nur im bereits narkotisierten Zustand, welches ein zusätzliches Transportrisiko und logistische Herausfordeung bedeutet. Auf der anderen Seite, konnten und wollten wir Fred nicht ohne Diagnostik aufgrund von Komplettuntersuchungen bei uns lassen, da wir ihm dann natürlich auch nicht gezielt helfen konnten. Also entschieden wir uns nach sehr langem Überlegen, Abwägen und Diskutieren dazu, das Risiko der Narkose einzugehen, um überhaupt danach Gewissheit über seinen Zustand zu erhalten.

Am 09. Mai 2018  war es dann soweit. Fred wurde in unserer Pension leicht narkotisiert und dann unter Beobachtung und Monitoring der wichtigsten Vitalwerte auf dem schnellsten Wege in die Tierarztpraxis gefahren. Das gesamte Praxisteam stand bei Ankunft bereit und Fred wurde komplettt mit allen Bildgebungen untersucht. Angefangen vom Ultraschall über Röntgen mit Kontrastmittel, bis hin zur Blutabnahme, Zahnbehandlung  und allgemeinen Pflegearbeiten und Untersuchungen.

Das ganze Prxisteam ( 2 Ärzte und 3 Assistenten) haben parrallel an Fred "gearbeitet", um die Behandlungsdauer und somit Narkosedauer so kurz wie möglich zu halten. Er wurde dann wieder im narkotisiertem Zustand unter Beaufsichtung und Monitoring zurück zu uns in die Pension gebracht, wo er dann auch nach kurzer Zeit wieder aufgewacht ist.

Es ist alles gut verlaufen und ihm geht es wieder, seinem Alter und Zustand entsprechend sehr gut.

Wir sind froh, dass wir uns zu diesem Schritt der Untersuchung entschieden haben, denn nun haben wir neue Erkenntisse über seinen allgemein Zustand erhalten und können ihn gezielt untersützen.

Die wichtigste Diagnostik ist eine Absackung/Vertiefung in der Speiseröhre und eine weiter fortgeschrittene Athrose/HD im Hüftgelenk. Aufgrund dieser Diagnose haben wir Fred nun bei der Ernährung auf sehr hochwertige und leicht vedauliche Kost umgestellt und unterstützen ihn mit einer schonenden Langzeit-Schmerztherapie in Bezug auf seinen Bewegungsapperat.

So können wir für ihn hoffentlich noch ein langes, schönes und gutes hündisches Darsein bieten.

Unser Dank gilt besonders dem ganzen Team der

Tierarztpraxis Jörg Schwenke in Wilnsdorf

für die proffessionelle Abwicklung, Untersuchung und Behandlung, sowie für die unkonvetionelle und ausgergwöhnliche logistische Leistung.

 

Update September 2018

Fred hat für sein "Castle" eine neue Eingangsrampe bekommen.

In den letzten Monaten hatte er sich "beschwert", dass die alte Rampe zu kurz und zu steil wäre.

Seine alten Knochen, Gelenke und Muskeln wollten bei der alten Rampe nicht mehr so richtig mit machen.

Also hat er eine neue Rampe bei uns in Auftrag gegeben.

Diese ist nun fertig und er kann, wann er möchte, raus und rein hoppeln und somit jederzeit auf die große Wiese gelangen.

Seine Eingangstüre ist dem Wetter entsprechend, den ganzen Tag offen. Fred hat natürlich sofort nach Fertigstellung seine neue Rampe begutachtet und für gut befunden.

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